Tag 14: Reipå nach Brønnøysund



Das Wettrennen der Naturschauspiele geht weiter!

Heute sind wir bei komplett wolkenverhangenem Himmel in Reipå gestartet. Am Holandsfjord konnten wir an einem Parkplatz stehen bleiben und einen grandiosen Blick auf den sonnenbeschienenen Svartisen-Gletscher erhaschen. Quer über den Fjord schien er zum greifen nahe, war aber etwa 8-10 Kilometer entfernt. Der Svartisen- (Schwarzeis-) Gletscher ist mit 370 km² und 60 Gletscherarmen der zweitgrößte Gletscher Norwegens. Erst bei einem Drohnenflug konnten wir die tatsächliche Entfernung und Dimension erahnen. Es war nicht daran zu denken, auch nur ansatzweise mit der Drohne in die Nähe des Gletschers zu kommen. Also müssen es die Aufnahmen aus der Ferne auch tun.

Etwas nördlich von Mo-I-Rana überquerten wir auf einer Fähre wieder den nördl. Polarkreis in südwärtiger Richtung. Nun sind wir also wieder in Regionen, in denen die Sonne nachts untergeht. Ganz dunkel wird es hier im Norden jedoch trotzdem nicht.

Nach dem wir Mo-I-Rana im Sonnenschein hinter uns gelassen und eine Kleinigkeit zu Mittag gegessen hatten, führte uns unsere Route entlang des mächtigen Flusses Vefsna. Immernoch war das Wetter perfekt, Sonne und 19°C, was will man mehr zum Motorradfahren? Im weiteren Verlauf des Vefsna konnten wir erneut die Macht der Natur an einem seiner Wasserfälle mit eigenen Augen wahrnehmen. Mit Getöse stürzen sich die Wassermassen in die Tiefe und bilden eine schöne Gischt. Ein Traum, dieses Spektakel ansehen zu können...

Nach einer sehr sportlich gefahrenen Etappe entlang des Tosenfjordes und am Sausvatnet hinüber zum Sørfjord, wo bereits alles wieder bewölkt war, kamen wir gegen 19:15 Uhr in Brønnøysund am "Skogmo Familiecamping" an und bezogen zwei sehr einfache Hütten mit jeweils einem Stockbett und einem Schlafsofa. Hier machten es sich alle erst einmal etwas bequem und dann wurden Nudeln mit Tomatensoße gekocht, ganz nach dem Motto "Nudeln gehen immer". Wir selbst hatten im Vorfeld der Reise gedacht, dass wir sicherlich jeden zweiten Abend Nudeln essen werden würden. Aber weit gefehlt: bisher haben wir wirklich einen sehr abwechslungsreichen Speiseplan und haben keinerlei Mangelerscheinungen.