Tag 9: Burfjord nach Andenes



Für heute hatten wir uns leider zu viel vorgenommen. Aber dazu von Anfang an...

Um 09:20 Uhr kamen wir von der sehr schönen Unterkunft in Burfjord weg. Das Wetter sollte heute im Laufe des Tages immer besser werden. Anfangs war noch alles sehr bewölkt, aber je weiter wir richtung Westen fuhren, desto mehr lockerten die Wolkenfelder auf und die die Sonnenstrahlen konnten sich Ihren Weg zu uns herunter bahnen.

Heute sollten es 368 Kilometer mit insgesamt vier Fährfahrten werden. Was Anfangs sich nicht so wahnsinnig viel anhört, das artete am Ende ich eine richtige Hetzjagd aus.

Die erste Fähre ging über den Lyngenfjord. Auf diese mussten wir ca. 20 Minuten warten. Das ist ja noch überschaubar. Dann kam die Fähre über den Ullsfjord, hier waren es schon ca. 1 Stunde und 15 Minuten, die wir warten mussten. Die dritte Fähre von Brennsholmen nach Botnhamn brachte dann unseren Plan komplett durcheinander. Hier mussten wir fast 2 Stunden warten. Das Warten fand zwar vor atemberaubender Kulisse statt und wir hatten sehr nette Wohnmobilisten aus Stuttgart kennengelernt, die uns heißes Wasser für einen Kaffee spendierten, aber warten ist halt warten...

Diese Fähre fuhr dann ca. 40 Minuten. So kamen wir um kurz vor 18 Uhr in Botnhamn an und mussten die vierte und in doppelter Hinsicht letzte Fähre in Gryllefjord nach Andenes/Vesterålen erwischen. In doppelter Hinsicht deswegen, weil die nicht nur unsere letzte Fähre für heute sein sollte, sondern auch, weil dann erst morgen um 11 Uhr wieder eine Fähre auf dieser Route fahren würde.

So rollten wir in Botnhamn von der Fähre, hatten noch gut eine Stunde zur nächsten Fähre und aber 75 Kilometer auf kleinen und kleinsten Inselstraßen zurückzulegen. Um es abzukürzen: wir haben es geschafft! Leider konnten wir von der super-schönen Insel Senya so nicht sehr viel sehen und mussten auch die ein oder andere Verkehrsregel zu unseren Gunsten auslegen. Selbstverständlich waren wir immer sicher und verantwortungsvoll unterwegs, aber halt großteils einfach sher schnell. Am Ende hatte es aber allen richtig Spaß gemacht. Aber bis dahin war es Spannung pur. Die anfängliche Ankunftszeit am Navi war 19:12 Uhr. Die Fähre sollte planmäßig um 19 Uhr ablegen. Auf den letzten 2-3 Kilometern kamen uns dann schon die Autos entgegen, welche gerade von der Fähre herunter gefahren sind. Das ließ die Hoffnung aufkeimen, dass wir es schaffen könnten. Und tatsächlich: um 18:56 Uhr fuhren wir an der wartenden Auto-Schlange vorbei zur Rampe der Fähre. Der Ladeoffizier winkte uns ohne Stopp zur Einfahrt in den Schiffsrumpf. Puh, geschafft... Uns allen fiel ein riesen Stein vom Herzen.

Bis wir dann allle sechs Motorräder verzurrt hatten war die Fähre dann auch schon mit allen PKWs und Wohnmobilen beladen und legte direkt ab. So befanden wir uns bereits in Fahrt als wir den Laderaum verließen und an Deck begaben.

Nun ist aller Streß von uns abgefallen, denn nun wussten wir, dass das Erreichen der Unterkunft für die nächsten zwei Tage in Andenes gesichert war. Aber es war auch klar: dieser Abschnitt muss für eine Wiederholung anders geplant werden!

Zwei Nächte werden wir in Andenes verbringen, da wir am morgigen Tage eine Whale-Watching-Tour mit dem Schiff auf dem kalten Nordatlantik machen werden.

Nach Beziehen der Unterkunft direkt in Andenes gab es dann noch leckere Pizza beim örtlichen Italiener. Eigentlich wollten wir in ein anderes, ein norwegisches, Lokal gehen, dieses war aber bereits im Begriff zu schließen. Dann musste es halt Pizza sein - Hauptsache etwas zu Essen und zu Trinken, denn diese beiden Bedürfnissen sind heute definitiv zu kurz gekommen.